Stadtmuseum Pleystein

Die Mineraliensammlung wurde 2013 neu konzipiert.

   
   

Die Mineraliensammlung in Pleystein
Autor: Berthold Weber, Weiden

Im Stadtmuseum in Pleystein ist seit 1967 die sehenswerte Regional- Mineralien-Sammlung mit dem Schwerpunkt Mineralien aus den Pegmatiten von Pleystein, Hagendorf (-Nord und -Süd), sowie Schaustücken aus vielen weiteren Fundorten im näheren Umkreis von Pleystein untergebracht.

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Die Ausstellung in 14 Vitrinen und Schau-Tischen zeigt etwa 400 Exponate

Die Mineraliensammlung ist nach Fundorten sortiert. Zahlenmäßig am stärksten sind die Phosphatmineralien aus Pleystein und Hagendorf vertreten. Es ist höchst erfreulich, dass nur wenige Meter (bzw. km) vom Fundort entfernt so seltene Phosphatmineralien wie Strengit, Phosphosiderit, Phosphophyllit, Hagendorfit, Zwieselit, Rockbridgeit, Beraunit, Strunzit, Tavorit, Hureaulith usw. besichtigt werden können. Die Vorkommen von Hagendorf-Süd, und Hagendorf-Nord sind bekanntlich ausgebeutet und unzugänglich, der Pleysteiner Kreuzberg steht unter Naturschutz, so dass Funde von dort nicht mehr zu erwarten sind. Und, da in Privatsammlungen (wenn überhaupt) nur Einzelstücke liegen, kann man mit Fug und Recht behaupten, dass diese Sammlung die bedeutendste zu den Fundstellen von Pleystein und Hagendorf-Nord darstellt.
 

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Phosphosiderit (violett), ein seltenes Phosphatmineral vom Kreuzberg/Pleystein. Das graugrüne Mineral ist Rockbridgeit, ebenfalls ein Phosphat, hellgrau ist der Quarz, in dessen Drusen diese Mineralien kristallisierten. Bildbreite etwa 10 cm.

Beeindruckend für Mineraliensammler unserer Tage sind die Funde aus früherer Zeit, von Fundorten, die heute keiner mehr kennt. Möglicherweise könnten sich hier auch heimische Sammler Anregungen zu "vergessenen" Fundstellen holen. Einige herausragende Schaustücke:

    • ca. 5 x 15 cm große grüne Beryllkristalle, Grube Lindner bei Wildenau/Plößberg

    • 20 cm große Muskovitstufe, Grube Meckl, Burkhardsrieth

    • fingerdicke Turmalinkristalle und Biotit von Schafbruck im Zottbachtal

    • cm große Nigrinkristalle aus den Stadtweiherwiesen/Pleystein

    • perfekter, 4 cm großer Almandin-Granat vom Rehbühl bei Pleystein

    • 20 cm große idiomorphe Orthoklas-Kristalle vom Rehbühl/Pleystein

    • cm große rehbraune Hessonit-Granatkristalle von Gsteinach/Pleystein


 Die Sammlung wurde im Sommer 2013 durch Berthold Weber (Weiden) nach Vorschlägen von Prof. Dr. Harald Dill (Hannover) und Dr. Andreas Peterek unter dem Leitgedanken "Mineralien der Pegamtite der nördlichen Oberpfalz" neu geordnet und ansprechend präsentiert.
  

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Die Sammlung im Stadtmuseum in Pleystein geht auf die Funde des Pleysteiner Bürgers Ferdinand Lehner (1868-1943) zurück, der seine ca. 2500 Stücke umfassende Sammlung der Stadt vermachte. Lehner wurde in Fachkreisen hoch geachtet, so dass ein Mineral "Lehnerit" nach ihm benannt wurde. Und das gleich zweimal: Das erste als "Lehnerit" benannte Mineral wurde nämlich kurz zuvor anderenorts gefunden und mit dem Namen "Ludlamit" belegt, weswegen der Mineralname "Lehnerit" zurückgezogen werden mußte. Nach vielen Jahren konnte dann Prof. A. Mücke (Berlin) 1988 erneut ein Mineral (einen Uranglimmer aus Hagendorf) Lehnerit benennen. Und dieser Name hat heute als einer von ca. 4300 weltweit bekannten Mineralarten festen Bestand.

Literatur:

    • "Die sagenumwobene Höhle am Kreuzberg", Hartung, in Oberpfälzer Nachrichten, Weiden, 5.Juli 2000
    • "Pleysteiner Heimatmuseum wird attraktiver", in Oberpfälzer Nachrichten, Weiden, 3. März 2004
    • "Ein Felssturz am Rosenquarz zu Pleystein", H. Strunz und H. Wilk, Der Aufschluß 12, S. 305-311 Heidelberg, 1960
    • "Mineralien und Lagerstätten in Ostbayern", H. Strunz, Regensburg 1953
    • "Phosphosiderit und Strengit von Pleystein in Ostbayern", H. Wilk, Acta Albertina Ratisbonesia 31, S. 5-14, Regensburg 1971
    • "Die Pegmatite der nördlichen Oberpfalz", H. Strunz, A. Forster, C. Tennyson, Der Aufschluß Sonderband 26, S. 117-189, Heidelberg 1975
    • "Mineralfundstellen unserer Heimat", B. Weber, S. 12, Weiden, 1982
    • "Geognostische Beschreibung des Ostbayerischen Grenzgebirges" C.W. Gümbel, S. 330, Gotha, 1868
    • "Untersuchungen über die Mineralführung und Mineralgenese der bayerischen Pegamtite", A. Scholz, Regensburg 1924
    • DILL H.G., FÜSSL M. und WEBER B. (2010) Der Pleysteiner Kreuzberg: mehr als nur Rosenquarz.- Oberpfälzer Heimat 54: S. 55-67
    • DILL, H.G., WEBER, B. (2009) Ein neuer Fund von Paulkerrit im Pegmatit von Plößberg/Oberpfalz. Geologische Blätter Nordost-Bayern, 59: 69-78

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